„Bitte stecken Sie die Blumen weg“ - Stellungnahme zum Internationalen Frauentag

Bildquelle: https://feweek.co.uk/2013/02/08/we-can-do-it-say-fashion-enter-apprentices/

Bildquelle: https://feweek.co.uk/2013/02/08/we-can-do-it-say-fashion-enter-apprentices/

Von Clara Zetkin bereits 1910 gefordert, ist der 08. März spätestens seit dem Jahr 1921 offiziell der Internationale Frauentag, an dem Frauen und ihre Alliierten sich weltweit für eine Gleichstellung der Geschlechter einsetzen. Der Internationale Frauentag ist in vielerlei Hinsicht von besonderer Bedeutung und ein gemeinsames Einsetzen für die Ziele, die bereits Clara Zetkin und ihre Mitstreiterinnen verfolgt haben, ist nach wie vor relevant. Das oft vernommene „Wofür?! Die Gleichberechtigung ist doch längst erreicht!“ gilt zum einen lange nicht für alle Frauen und der Weltfrauentag ist seit Anbeginn vom solidarischen Gedanken geprägt. Um solidarisch Stellung zu beziehen, muss der Blick nicht in die Ferne schweifen und auf vermeintlich ungleichere Gesellschaften blicken. Auch in der Bundesrepublik gibt es ausreichend Frauen, denen an diesem Tag Unterstützung zugesichert werden sollte, da sie aufgrund ihres sozioökonomischen Hintergrundes, der eigenen bzw. familiären Migrationsgeschichte oder auch ihrer Sexualität oder Gesundheit wegen von gesellschaftlichen Errungeschaften ausgeschlossen sind. Nicht alle Frauen in Deutschland haben Wahlrecht, allen Frauen in Deutschland wird bislang die Selbstbestimmung über den eigenen Körper abgesprochen, von Lohnungleichheit und geringerer gesellschaftlicher Teilhabe ganz zu schweigen. Nicht durch Zufall gibt es weltweit viele Tage, die sich mit der strukturellen Ungleichheit der Geschlechter befassen.

Zu nennen sind an dieser Stelle
- der 02. Februar, der Internationale Tag “Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung”,
- der 14. Februar – “One Billion Rising”, der sich mit sexualisierter Gewalt an Mädchen und Frauen auseinandersetzt,
- der 08. März, der heutige “Internationale Frauentag”
- der 18. März, der “Equal Pay Day” an dem die Lohnungleichheit der Geschlechter im Fokus steht,
- der 11. Oktober, der “Weltmädchentag” mit dem Blick auf die Umsetzung von Kinder- und Menschenrechten für Mädchen sowie
- der 25. November, dem “Internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen”.

Diese Tage gibt es nicht umsonst. Frauen sind auf vielen Ebenen auch in Deutschland nach wie vor nicht gleichgestellt. Das Frauen beispielsweise seit dem Jahr 1977 ohne die Genehmigung ihrer Ehemänner einem Beruf nachgehen können war ein großer Erfolg der zweiten Frauenbewegung. Da die Entwicklung jedoch beim Thema Care Work Halt gemacht hat, ist das Ergebnis bislang, dass Frauen nun einer Doppelbelastung ausgesetzt sind. Sie sind berufstätig und zuständig für Haushalts- und Pflegeaufgaben. Das dieses System auch strukturell lange kaum hinterfragt wurde, liegt selbstverständlich auch am festen Sitz vieler Männer in machtvollen Positionen sowie an der Komplizinnenschaft einiger Frauen. Daher möchte die KuKMA an diesem Tag besonders zur Solidarität aufrufen, dazu zu schauen welche Frauen im eigenen Umfeld weniger privilegiert sind und warum und welche Maßnahmen zur Gleichstellung auch jede Einzelne ergreifen kann.
Frauen brauchen eine Gesellschaft, in der sie sich frei und ihren Wünschen gemäß entfalten können, in der alle Menschen in ihr vor den gleichen Barrieren stehen, ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Gesundheit, ihres Aussehens oder ihrer Sexualität.

Daher: Stecken Sie bitte die Blumen weg, setzen wir uns alle gemeinsam für eine gleichgestellte Gesellschaft ein!