One Billion Rising - Brandenburg erhebt sich

Seit dem 14. Februar 2013 wird weltweit zum Aktionstag One Billion Rising (OBR) aufgerufen. Der Tag fordert mit vielfältigen Aktionen dazu auf, Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu beenden und Gleichstellung und Gleichberechtigung zu verwirklichen.

Seit dem 14. Februar 2013 wird weltweit zum Aktionstag One Billion Rising (OBR) aufgerufen. Der Tag fordert mit vielfältigen Aktionen dazu auf, Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu beenden und Gleichstellung und Gleichberechtigung zu verwirklichen. Mit Blick auf die Lagedarstellung zu häuslicher Gewalt in Brandenburg wird schnell ersichtlich, dass es auch hier in unserem direkten Umfeld Handlungsbedarf gibt. Die Statistik zeigt, dass von 2015 auf 2016 einen Anstieg von erfassten Fällen in Brandenburg um 5,5% verzeichnet wurde. Aufgrund, bzw. Dank der steigender Aufmerksamkeit für die Thematik sind auch in den kommenden Jahren höhere Fallzahlen zu erwarten, denn die Betroffenen fühlen sich durch mediale Berichterstattung und eine größere Präsenz des Themas ermutigt, die Straftaten auch anzuzeigen. Es steigen also nicht unbedingt die absoluten Fallzahlen, es verringert sich vielmehr die Dunkelziffer. Sprechen wir über das Thema häusliche Gewalt, so sind die Täter zu 79% männlich, die Betroffenen der Gewalt damit in vier von fünf Fällen Frauen oder Kinder (aller Geschlechter).

Hierzu Hinweise
- auf die Seite des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
- das Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser
- das bundesweite Hilfetelefon für Frauen die von Gewalt betroffen sind
- Informationen des MASGF zu häuslicher Gewalt in Brandenburg

Am 14.Februar ist aber nicht nur häusliche Gewalt das Thema, sondern vielmehr Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Allgemeinen, die an allen Orten stattfindet und nicht nur hinter verschlossen Türen. Ebenfalls im Fokus steht Gewalt gegen minorisierte Frauen und Mädchen, denen häufig die Zugänge zu Hilfeinstitutionen fehlen. Am 14.2. ist es auch sinnvoll, sich mit den Rechten von geflüchteten Frauen auseinanderzusetzen, zu prüfen ob auch Trans*Frauen und -*Mädchen in der eigenen Umgebung Anlaufstellen haben, wenn sie von Gewalt betroffen sind und den Blick darauf zu richten, dass Gewalt – sei es vom Gewalt ausübenden Part oder der von Gewalt betroffenen Person – vielfach bereits in der Kindheit anfängt. Kinder, die in einer gewaltvollen Umgebung aufwachsen, neigen im Erwachsenenalter vermehrt dazu, diese selbst auszuüben bzw. als gelebte Normalität zu empfinden aus der es kaum Entkommen gibt. Der Tag steht für ein solidarisches Miteinander in einer Gesellschaft, die sich der „-ismen“ (Sexismus, Rassismus, Antisemitismus…) befreit hat und für ein gleichberechtigtes Zusammenleben stark macht.

Bei allem „Für“ den Aktionstag „One Billion Rising“ so gibt es auch Stimmen, die einige Aspekte kritisch hinterfragen. So ist der Appell zum gemeinsamen Tanz gegen Sexismus und Gewalt nicht zwangsläufig schlüssig, denn einem von sexualisierter Gewalt geprägten Mädchen muss nicht nach Tanzen in der Öffentlichkeit zumute sein, in der nur ein kleiner Teil tanzt und ein größerer Teil konsumiert. Ein weiterer Aspekt, der hinterfragt werden kann, ist der der Choreografie, der einen Teil der Bevölkerung ausschließt. Menschen, die sich an dem Tag positionieren möchten, aber aufgrund von Beeinträchtigungen oder aufgrund mangelnder zeitlicher Ressourcen zum Einstudieren die Choreografie nicht performen können, sind an dem Tag ausgeschlossen.
Die Stadt Brandenburg an der Havel hat auf ihrer Homepage ein schönes Beispiel für eine inklusive Choreografie Mit inklusiv gedachten Ansätzen wie diesem können größere Teile der Bevölkerung erreicht werden.

In diesem Sinne lassen Sie uns gemeinsam unsere Stimmen gegen jede Gewalt an allen Mädchen* und Frauen* erheben und Position für ein gleichgestelltes und gleichberechtigtes Miteinander in Brandenburg und der Welt beziehen!

Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung und vertrauliche Spurensicherung
Das Land Brandenburg und die kooperierende Kliniken bieten Betroffenen Unterstützung an, die auch vertraulich in Anspruch genommen werden kann. So muss eine Entscheidung, ob die Vergewaltigung zur Anzeige gebracht wird, nicht sofort gefällt werden. Informationen zur Verfahrensweise und eine
Liste der beteiligten Krankenhäuser finden Sie hier

Mehrsprachige Flyer für die medizinische Soforthilfe nach einer Vergewaltigung gibt es hier